Bald ist es ein Jahr her, dass die Welt gebannt nach Rom geblickt und auf den neuen Papst gewartet hat. Am 8. Mai wurde Kardinal Robert Francis Prevost zum Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus gewählt. Anlässlich des Jahrestages seiner Wahl würdigte Kardinal Reinhard Marx Papst Leo XIV. nun als „Stimme der ganzen Menschheit“.
Der Papst handle „ohne nationale und ökonomische Interessen, da ist kein Staatsoberhaupt über ihm, er ist frei. Welch eine großartige Institution!“, sagte der Erzbischof von München und Freising bei einem Gottesdienst am Sonntag, 3. Mai, im Münchner Liebfrauendom. Gerade in den aktuellen „turbulenten politischen Zeiten“ werde „eine neue Aufmerksamkeit sichtbar für den Dienst des Petrus, den globalen Dienst, den niemand sonst wahrnehmen kann, kein Politiker“.
Natürlich sei auch die Geschichte des Papsttums „immer ein Auf und Ab, hat auch die dunklen Seiten“, betonte Kardinal Marx. „Aber wir dürfen in einem solchen Jahr auch sehen, was ist, wenn es gut gestaltet wird, wenn die Personen diese Aufgabe wirklich annehmen, was es dann bewirken kann in der Welt – unvergleichlich! Und dafür dürfen wir sehr dankbar sein.“ Gerade durch die globale, mediale Öffentlichkeit sei „die Person des Petrusnachfolgers vielleicht sogar sichtbarer geworden als je zuvor in der Geschichte“.
Anlässlich der Papstwahl begeht die Weltkirche jährlich einen Sonntag im Umfeld des Wahltags als „Papstsonntag“. Schon im Vorfeld des Gottesdienstes hatte der Erzbischof auf das vergangene Jahr zurückgeblickt: „Im ersten Jahr seines Wirkens habe ich Papst Leo XIV. auch in den persönlichen Begegnungen stets als jemanden erlebt, der den Ausgleich und die Einheit sucht und der das Pontifikat in den Dienst des Friedens in der Welt stellt und mit klaren Worten unermüdlich an die universale Botschaft Christi von Liebe, Gewaltlosigkeit und Barmherzigkeit erinnert.“
Lade Bild...Kardinal Reinhard Marx„Papst Leo hat sich immer wieder deutlich und gut vernehmbar gegen Krieg und Terror ausgesprochen (...). Dafür bin ich ihm in diesen schwierigen Zeiten, in denen Krieg von vielen Mächtigen in Kauf genommen oder sogar bewusst eingesetzt wird, sehr dankbar.“
Weiter erklärte Kardinal Marx: „Papst Leo hat sich immer wieder deutlich und gut vernehmbar gegen Krieg und Terror ausgesprochen und seine Stimme für die Armen und Unterdrückten erhoben, die sonst nur wenig Fürsprache erfahren. Dafür bin ich ihm in diesen schwierigen Zeiten, in denen Krieg von vielen Mächtigen in Kauf genommen oder sogar bewusst eingesetzt wird, sehr dankbar." (bs/hor/af)
Ist der Papst das neue Weltgewissen? Einem Jahr nach der Wahl Leos XIV. geht eine neue ARD-Doku dieser Frage nach. Im Interview gibt Kardinal Reinhard Marx Einblick in die Überlegungen vor dem Konklave und beschreibt Wesen und Wirken des Papstes.