Jedes Jahr bietet das Bonifatiuswerk ein Motto zur Firmvorbereitung an und stellt dafür ein Begleitheft und verschiedene Materialien zur Verfügung.
2023: "connected."
2024: "Trotzdem!"
2025: "on fire"
Dieses Motto ist unser "roter Faden" durch die Vorbereitungszeit und wir suchen immer wieder in den verschiedenen Projekten den Bezug dazu.
Entsprechend dem Motto gestalten wir zum Auftakt der Firmvorbereitung eine Stellwand für die Kirche - um SICHTBAR für die Gemeinde zu sein.
Wichtig für uns ist, dass sich die Firmlinge als Gemeinschaft sehen. Deshalb, und einfach auch aus kapazitäts- und organisatorischen Gründen haben wir uns entschlossen, dass sich alle Jugendlichen zu den "Gruppenstunden" im Rahmen thematischer Nachmittage und Workshops am gleichen Tag treffen - an Samstagen.
Das vereinfacht auch die Unterstützung durch Eltern als Firmhelferinnen und Firmhelfer. Für diese stellen wir als Orga-Team für jedes Thema den inhaltlichen Ablauf mit allen Arbeitsblättern und Hilfsmitteln zur Verfügung.
Wir beginnen alle gemeinsam im Saal mit einer kleinen Einführung zum Thema, teilen uns dann in Gruppen auf und nutzen dafür die vielen Räume im Pfarrheim. Jede Gruppe beschäftigt sich also zeitgleich mit den gleichen Inhalten.
Im Vordergrund steht nicht unbedingt das Vermitteln von theologischem Wissen, sondern das Nachdenken darüber, was "Christ-sein" tagtäglich im Leben bedeutet. Dabei lassen die Firmhelferinnen und Firmhelfer auch ihre eigenen Ideen einfließen.
Für die Samstage, an denen wir bis nachmittags mit den Themen beschäftigt sind, bestellen wir uns mittags Pizzen und essen gemeinsam. Diese freien "Ratschzeiten" genießen die Jugendlichen und auch die Firmhelferinnen und Firmhelfer.
Am Ende versammeln wir uns wieder im Saal und beenden das Treffen gemeinsam.
Schön dabei ist, dass die Gruppen zu jedem Treffen wieder neu gemischt und zusammengestellt werden. Das fördert den Austausch und das Kennenlernen untereinander.
* Thematischen Nachmittagen
* Workshops
* Info-Projekte
* Mitmach-Projekte
* Projekt: Gottesdienst-Vorbereitung und -mitwirkung
Die Jugendlichen nehmen an allen Gottesdiensten, thematischen Teilen und Workshops teil. Von den Projekten suchen sie sich jeweils eines aus, bei dem sie dabei sein wollen.
Meine Beziehung zu mir selbst!
Anhand unseres Vornamens überlegen wir uns unsere eigenen Charakter-Eigenschaften: Wie bin ich? Was kann ich?
I mpulsiv
R edet viel
M utig
I mmer in Bewegung
Meine Beziehung zu meinen Mitmenschen
Anhand eines "Lebensnetzwerkes" schauen wir,
* welche Menschen uns nahe stehen,
* welche nicht,
* warum nicht?
* welche ich gern im Netzwerk hätte.
Auch im Sakrament der Buße - der Versöhnung - steht natürlich die Beziehung zu unseren Mitmenschen und unser Verhalten ihnen gegenüber im Vordergrund!
Meine Beziehung zu Gott (und der Kirche)
Welche Stellung hat Gott in meinem Leben?
Glaube ich überhaupt an Gott?
Wie begegnet mir Gott?
Wie sehe ich Gott: freundschaftlich - liebend - strafend ?
Auch die Herausforderung zum "Kirche gehen" und die mangelnde Motivation dazu ist Thema.
Meine Beziehung zur Schöpfung
Dazu teilen wir uns in Gruppen und analysieren bei einem kurzen Spaziergang die verschiedenen Elemente der Schöpfung in unserem unmittelbaren Umfeld:
* Erde (und Pflanzen)
* Wasser
* Luft
Abschließend zum Thema formuliert sich jeder Firmling einen persönlichen Vorsatz zum Schutz der Umwelt.
"Echt viel los..."
Für diesen Workshop holen wir uns externe Unterstützung von Anita Salenc. Als Pädagogin für Kinder und Jugendliche informiert sie Firmlinge über die Prozesse der Gefühlswelt in ihrem Kopf.
Wie entstehen Emotionen?
Was ist "normal"?
Wie kann ich mit negativen Emotionen umgehen?
Auch ein paar Spiele gehören zum Workshop und lockern die Runde auf.
Liebe, Tod und Teufel
Dieser Workshop entstand ursprünglich in der Jugendstelle Ebersberg für drei Abende und wurde 2023 als eintägiger Workshop für die Firmvorbereitung umgestaltet.
Die Firmlinge teilen sich in drei Gruppen und besuchen rollierend alle Themen im Laufe eines dreiviertel Tages. Jedes Thema wird mit einer Stunde angeschnitten.
Die Liebe ist vielfältig!
Die Jugendlichen sagen spontan, was sie mit einem "Herzlolli" verbinden. Ein Lied gibt erste Impulse zum Thema. Sie überlegen, was alles Liebe ist, welche Formen und welche Wörter es dafür gibt. Zum Schluss schreiben Sie einen Liebesbrief, der mit Wachs und Siegel verschlossen wird. Wann sie den zustellen oder selber mal wieder lesen, ist ihnen frei gestellt.
Der Tod ist nicht das Ende!
Um auf eventuelle persönliche Erlebnisse besser eingehen zu können, fragen wir immer zuerst, wer bereits persönlich Erfahrung mit dem Tod z.B. eines nahen Angehörigen gemacht hat.
Das Lied "Real Life" eröffnet den Workshop. Wir bewegen uns dann vom Tod über die Trauer zur Hoffnung.
War Jesus auch traurig? Dazu haben wir Bibelstellen, in denen davon die Rede ist, dass Jesus geweint hat (z. B. beim Tod des Lazarus, beim Einzug nach Jerusalem, am Ölberg)
Eine Stein-Meditation zeigt, wie unterschiedlich Trauer ist.
Mit Arbeitsblättern über Jenseitsvorstellungen in den verschiedenen Religionen nähern wir uns der Hoffnung und somit unserem Glauben an Auferstehung! Der Stein wird zum Abschluss mit einem persönlichen Symbol für Hoffnung bemalt.
Damit der Teufel keine Chance hat, müssen wir uns immer wieder für das Gute entscheiden!
Mit zwei Quietscheenten, die das "Teufelchen" und das "Engelchen" im Ohr symbolisieren, erzählen die Teilnehmer eine kleine Szene aus dem eigenen Alltag, die uns vor die Entscheidung "gut oder böse" stellt,
z. B. helfe ich, die Spülmaschine auszuräumen oder bleib ich lieber beim zocken?
*das Teufelchen sagt: bleib doch zocken, grad bist Du gut dabei, außerdem machst Du eh so viel....
*das Engelchen sagt: komm und hilf, die Mutti freut sich, es dauert doch nur paar Minuten und danach kannst Du weiterspielen....
Anhand verschiedener Bibelstellen sehen wir, wo das Böse immer wieder auch in der Bibel auftaucht, z. B. Kain und Abel
Heiliger Geist
Den Workshop "Heiliger Geist" starten wir mit einer Einführung, wo in der Bibel der Heilige Geist sichtbar auftaucht.
Im alten Testament in der Berufung der Propheten, im neuen Testament bei Jesu Taufe und dann schließlich in der Apostelgeschichte.
Auch die Bedeutung des Firmspruch: Sei besiegelt.... ist Teil der Einleitung. Das (unsichtbare) Siegel kennzeichnet Dich als Christ und trägt Dir auf, Verantwortung als Christ zu übernehmen und Dein Leben entsprechend zu gestalten: Liebe Gott und Deinen Nächsten, wie Dich selbst!
Die zentrale Stelle in der Apostelgeschichte ist das Pfingstereignis. Mit dieser Stelle beschäftigen wir uns dann in der Gruppenarbeit im Rollenspiel. So versuchen wir, den Text zu verstehen und die Emotionen der Beteiligten nachzuempfinden:
*die Apostel: erst verängstigt, dann mutig
*das Volk von Jerusalem: verwirrt, ungläubig, spöttisch, aber dann doch überzeugt
Für sehr viel Spaß sorgt das Rollenspiel in eigenen Worten!
In einem Brief an sich selber schreiben sich die Firmlinge ihre Wünsche und Gedanken zur Firmung. Der Brief wird einige Zeit nach der Firmung vom Orga-Team zugesandt.
In der Wohngemeinschaft TABOR lernen die Jugendlichen den Leiter der Wohngemeinschaft und ehemalige Strafgefangene kennen, die aus ihren Erfahrungen berichten. Dort zu wohnen erleichtert den Menschen das "Zurückkommen in das normale Leben".
Bei der Bahnhofsmission sehen wir gestrandete Menschen, die dort von ehrenamtlichen "Engeln" mit dem Nötigsten versorgt werden. Die Hilfe der Jugendlichen beim Brote schmieren und ausgeben wurde gerne angenommen.
Im Weltladen erfahren die Jugendlichen die Hintergründe zum "Fairen Handel", was Ausbeutung, Kinderarbeit und soziale Benachteiligung von Frauen bedeutet. Durch bewusstes Einkaufen in diesen Geschäften kann das System des Fairen Handels unterstützt werden.
Mit Suchtkrankheiten beschäftigen sich die Jugendlichen bei der Caritas in Grafing. Das Ausprobieren von "Rauschbrillen" sorgt einerseits für Spaß, aber andererseits auch für Betroffenheit, wie hilflos man unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist.
Beim Ägidius-Cafe helfen die Jugendlichen mit beim Saal herrichten, Tische dekorieren, Kuchenbuffet aufstellen, Geschirr raustragen usw., bewirten nach dem Gottesdienst die Gäste und räumen danach alles wieder auf. Puh - ganz schön viel zu tun!
Im Kindergarten unterstützen sie die Erzieherinnen beim Spielen und Sport mit den Kindern. Die freuen sich überwiegend über Abwechslung und den Besuch der Großen!
In der Tagespflege wird beim Nachmittags-Cafe geholfen, gesungen, Bingo gespielt und den Geschichten der Senioren gelauscht. Eine besondere Erfahrung!
Die Tafel-Sammlung im Winter sorgt dafür, dass durch gezieltes Ansprechen von Kunden vor Supermärken die Tafel sichtbar wird und Sach- und Geldspenden die Vorräte der Tafel auffüllen. Diese Aktion wird auch immer von den Stadträten mit unterstützt.
Beim Sternsingen am Beginn des Jahres sammeln die Jugendlichen als Könige verkleidet Geld für Kinderprojekte auf der ganzen Welt und bringen den Segen der Weihnacht in die Häuser.
Mit dem Auftaktgottesdienst starten wir mit den Jugendlichen und ihren Familien und Paten/Patinnen in die Firmvorbereitung.
Dieser Gottesdienst wird vom Orga-Team vorbereitet, jedoch wirken dann bereits erste Mutige spontan beim Lesen von Kyrie-Rufen, Lesung, Fürbitten und Gebeten mit.
Inhaltlich wird das Jahresmotto vorgestellt und um eine schöne und gute Zeit der Vorbereitung gebeten.
Jugendgottesdienst am zweiten Advent - eine Einladung an die ganze Gemeinde
Evangelium Lukas 3, 3-6: Bereitet dem Herrn den Weg
Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias.
Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündete dort überall die Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden, wie im Buch der Reden des Propheten Jesaja geschrieben steht:
Die Stimme eines Rufers
in der Wüste:
Bereitet den Weg des Herrn!
Macht gerade seine Straßen!
Jede Schlucht soll aufgefüllt
und jeder Berg
und Hügel abgetragen werden.
Was krumm ist,
soll gerade,
was uneben ist,
soll zum ebenen Weg werden.
Und alle Menschen
werden das Heil Gottes schauen.
Und was heißt das jetzt??
Jesus will an Weihnachten zu uns kommen, aber es gibt viele Hindernisse auf dem Weg zu uns, wie Streit, Wut, Traurigkeit, "kein Bock auf Kirche".
Wir sind aufgerufen, unser Leben ein bisschen aufzuräumen und diese Hindernisse zu beseitigen. Ganz konkret schreiben sich die Jugendlichen ein Hindernis auf, das die bis Weihnachten "wegräumen" wollen.
Weggottesdienst zur Halbzeit"
Die sieben Gaben des Heiligen Geistes!"
Auch zu diesem Gottesdienst ist die ganze Gemeinde und besonders die Familien und Paten/Patinnen eingeladen.
Mit der Firmung werden die Jugendlichen mit den Gaben des Heiligen Geistes beschenkt. Besonders diese sieben stehen da besonders im Mittelpunkt:
Weisheit
Erkenntnis
Einsicht
Rat
Stärke
Frömmigkeit
Gottesfurcht
Anhand von alltäglichen Situationen erklären die Jugendlichen in der Predigt-Aktion, was diese "altmodischen" Wörter bedeuten und wo wir diese Geschenke besonders gebrauchen können.
Auch die Erwachsenen sind hier herzlich eingeladen, sich auf die eigene Firmung zu besinnen und sich an diese Geschenke zu erinnern.
Versöhnung - Bußgottesdienst
Hier beschäftigen sich die Jugendlichen mit den 10 Geboten. Diese geben die Struktur für die Beleuchtung unserer Probleme und Schwächen in den Beziehungen zu Gott, zu sich selbst, zu den Mitmenschen und zur Schöpfung.
Zusammen überlegen sie Fragen, die man sich zur Gewissenserforschung stellen kann und die dann im Bußgottesdienst für Alle im Rahmen der Meditation vorgelesen werden.
Die Firmlinge schreiben sich Zettel, die dann nach einem Gebet zur Vergebung in einer Feuerschale verbrannt werden.
Die Zeit der Firmvorbereitung beenden wir mit dem Abschlussgottesdienst, den wir wieder zusammen mit den Familien und Paten/innen der Firmlinge feiern.
Darin erinnern wir uns an Jesu Auftrag, dass nicht nur Worte, sondern die Werke für den Glauben stehen.
In der Predigt-Aktion lassen die Firmlinge die ganzen Aktionen nochmal revue passieren und erzählen kurz auch für die Gottesdienst-Besucher, wie sie diese erlebt haben.
Auch der Bezug zu unserem Jahresmotto wird nochmal besonders herausgestellt!
Nach dem Gottesdienst sind alle noch zu einem gemütlichen Ausklang im Pfarrheim eingeladen.
HALT !!
Vorher natürlich noch die Stellprobe, bei der die Plätze zugewiesen werden, ein Probedurchlauf gemacht wird und die Firmlinge üben können, die hier noch Lesedienste und die Gabenbereitung übernehmen.
ABER DANN:
Der feierliche Firmgottesdienst mit professioneller Fotografin, die diesen einmaligen Tag für alle besonders festhält.
Und wir?
Wir sind natürlich stolz auf "unsere" Firmlinge, die wir in diesen 6 Monaten kennenlernen und durch diese besondere Zeit begleiten durften.
Sigrid Krieglmeier und Irmi Grundl