Sonntag - 23. Februar
„Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr ihnen!“ Wir alle kennen den Gedanken in etwas anderer Form: Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu! Lukas nimmt hier auf, was im alttestamentlichen Buch Tobit notiert ist. Das ist praktische Ethik: Solidarität, Fairness, Achtsamkeit und Mitgefühl beruhen auf diesem Grundsatz. Gib acht auf dich und achte die anderen, so wie du geachtet und beachtet werden möchtest. In diesem Sinne wünsche ich jedem Menschen: Gib gut auf dich acht! (Lk 6, 27-38)
Montag - 24. Februar
„Bleibt in meiner Liebe!“ Es ist, als ob Jesus um unsere Nähe bittet. „Bleibt, bitte lauft nicht weg“, so können nur Freunde und Freundinnen miteinander reden. Jesus lebt freundschaftlich, er ist echt, ehrlich und engagiert. Mit Freundinnen und Freunden kann ich Spaß haben und so sein, wie ich bin: Ängstlich und mutig, albern und ernst, traurig und „vogelwuid“. (Hl. Apostel Matthias - Joh 15, 9-17)
Dienstag - 25. Februar
„Bist du noch Feuer und Flamme für deinen Glauben oder ist deine Glaubensglut im besten Falle gerade noch im Stand-by-Modus?“ Das wenige Öl, das die klugen Jungfrauen noch besitzen, reicht noch zum Empfang des Bräutigams. Ich bin dankbar für alle, die helfen, die Flamme lebendig zu halten oder neu zu entfachen. Entlastend: Alle Jungfrauen sind eingeschlafen! Ich darf also auch mal ausgebrannt und müde sein, wenn ich weiß, dass mein Herz wachsam bleibt und für das Kommen des Herrn unauslöschlich brennt. (Hl. Walburga, Äbtissin - Mt 25, 1-13)
Mittwoch - 26. Februar
„Hindert ihn nicht!“ – Jesus gibt mir sozusagen „Grünes Licht“, verbunden mit einer Art von Vertrauensvorschuss. Ein „Hindert ihn nicht“ habe ich in meinem Leben gefühlt leider zu selten gehört. Vielmehr musste ich mich durch ein „Hindert ihn“ von so manchem Projekt verabschieden. Er ist viel weiter und großzügiger. Jeder, der mit seinen Kräften und Ideen mitarbeiten möchte, darf sich einbringen, das Reich Gottes zu stärken. (Mk 9, 38-40)
Donnerstag - 27. Februar
Mein Kopf blockiert. Die Augen verschließen sich vor den eigentlich sichtbaren Dingen, die Hände geben nicht, wo sie eigentlich gefordert wären und die Beine würden am liebsten davonlaufen. In diesen Momenten ist der Mühlstein um meinen Hals deutlich spürbar. Umso mehr bin ich dankbar, dass unsere Verbindung nicht abreißt. Du nimmst mir die Last so gut es geht ab und lässt mich wieder neu anfangen. Doch bei jedem Male wird es auch Verletzungen und Narben geben. Schmerzhafte Momente, die mich prägen, aber gleichsam stark machen für ein Leben, dass mir in ganzer Fülle verheißen ist. (Mk 9, 41-50)
Freitag - 28. Februar
Zwei Liebende gehen gemeinsam ihren Weg, der so manche Baustellen bereithält. Schwierig, wenn dieser Weg in eine Sackgasse führt, es kein Weiterkommen mehr zu geben scheint. Ich bete für alle, die auf diesem Wegstück feststecken, dass sie die Hilfe und Unterstützung bekommen, die sie für ihren Neuanfang brauchen. Seine Liebe und Barmherzigkeit bleiben uns auch in den Brüchen unseres Lebens treu. (Mk 10, 1-12)
Samstag - 1. März
Hungrig und neugierig ging ich als Kind in jeden Tag hinein. Hat sich das verändert? Bin ich schon satt? Jesus mahnt die Jünger „das Reich Gottes anzunehmen, wie ein Kind“. Kind-sein verlernt man nicht. Man muss dabei an sein Innerstes heran. Dieses Hineinhören wird überraschen. Vielleicht kommt dabei das kindliche Vertrauen an die Liebe, die man erfahren durfte, zurück. Somit bin ich bereits in die Mitte zu Jesus gelangt, der mir segnend die Hand auflegt. (Mk 10, 13-16)
Text: Gemeindereferent Florian Wagner, Betriebsseelsorger für die Zweite Stammstrecke in München
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„Innehalten“.
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