Fastenzeit in der Familie: 7 Wochen JA sagen Die Elternbriefe der katholischen Kirche geben Tipps für den Familienalltag

Die bevorstehende Fastenzeit bietet die Chance, innezuhalten und nachzudenken. Zum Beispiel darüber, was mir gut tut und was nicht. Es geht also in den sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern auch darum, für sich selbst zu sorgen und sich neu auszurichten – einzeln und gemeinsam als Familie.
 
Logo der Fastenaktion 2025 "Sieben Wochen Ja sagen"
Mir ist unser Glaube sehr wichtig und ich finde es schön, wenn wir die religiösen Feste in unserer Familie feiern und uns gemeinsam darauf vorbereiten. Wir dekorieren und gestalten je nach Fest unsere Wohnung, singen Lieder und lesen biblische Geschichten. Doch in der Fastenzeit fällt es meinen Kindern (4 und 6 Jahre) schwer, auf etwas zu verzichten – vor allem, wenn es um bestimmte Lebensmittel geht. (Manuel, 39 Jahre)

Der Glaube ist eine wertvolle Ressource: Um das Leben zu gestalten, Herausforderungen anzupacken und ein positives Lebensgefühl zu entwickeln. Kindern das mitzugeben, ist ein nachvollziehbarer Wunsch. Religiöse Feste geben unserem Jahreskreis und auch dem Familienleben eine Struktur: Sie laden uns dazu ein, das Leben zu deuten und zu feiern. Und sie ermutigen uns, über Werte zu reden oder gemeinsam mit unseren Kindern zu philosophieren.

Atempausen im Alltag

Die bevorstehende Fastenzeit bietet die Chance, innezuhalten und nachzudenken. Zum Beispiel darüber, was mir gut tut und was nicht. Es geht also in den sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern auch darum, für sich selbst zu sorgen und sich neu auszurichten – einzeln und gemeinsam als Familie. In der Fastenzeit auf etwas zu verzichten, eröffnet neue Möglichkeiten, achtsam und verantwortungsvoll mit sich und anderen umzugehen:
 
  • Der Verzicht auf Süßigkeiten wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus
  • Den Medienkonsum einzuschränken, schafft Raum dafür, Beziehungen zu pflegen, das Miteinander zu fördern oder die Kreativität anzuregen
  • Bewusst Plastikmüll zu vermeiden und Alternativen zu entdecken, stärkt die Verantwortung für unsere Umwelt

Mehr als eine Challenge

Mag sein, dass diese Ideen zunächst wie eine Challenge wirken. Und scheinbar nur wenig mit einem religiösen Ritual zu tun haben. Doch dahinter stehen wichtige Themen, die das „Wie“ des Miteinanders betreffen. Oder auch die Selbstfürsorge und die Verantwortung für sich und andere. Wenn Kinder das nachvollziehen und verstehen, lassen sie sich begeistern und wirken gerne mit. Zugleich transportieren wir als Mütter und Väter damit Werte und Anliegen, die uns wichtig sind. Und wir erleben uns dabei als handlungsfähige Gestalterinnen und Gestalter unseres Lebens.

Schönes gemeinsam neu entdecken

Dieses Gefühl ist gerade dann wichtig, wenn wir mit schwierigen Themen und Krisen konfrontiert werden. Die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit, unseren Blick über leidvolle Erfahrungen hinweg anders auszurichten: Auf die Auferstehung, auf das Leben. Verzicht zu üben meint dann also nicht, etwas „schmerzlich“ zu vermissen, sondern das Gelingende, das Versöhnende, das Liebevolle und all das Schöne zu entdecken, das das Leben für uns und unsere Kinder bereit hält.
 
Text: Sebastian Wurmdobler, Gemeindereferent und Kess-erziehen-Kursleiter

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