Diakonenweihe 2022 Am Samstag, 24. September 2022 weihte Erzbischof Reinhard Kardinal Marx sechs Männer im Dom zu Unserer Lieben Frau in München zu Ständigen Diakonen

Collage Bilder Diakonenweihe
Eindrücke von der Diakonenweihe am 24. September 2022 (Fotos: Robert und Stefan Kiderle)

„An der Seite Jesu zu den Menschen gehen“ Pressemitteilung der Pressestelle über die Diakonenweihe

Die Neudiakone 2022
Die neu geweihten Diakone: (v.l.n.r.) Dr. David Neu, Oskar Ehehalt, Andreas Wachter, Volker Nickel, Christian Schmidl und Andreas Scherrer
München, 24. September 2022.

Leben und Berufung können laut Kardinal Reinhard Marx nicht verstanden werden „als ein Leben gegen die anderen“ im Sinne von „ich und die anderen, wir und die“. Auch in Zeiten zunehmenden Individualismus seien gelebte Berufung und das Finden von Glück nicht möglich ohne Gemeinschaft, Liebe, Miteinander und Begegnung im Fest wie in der Trauer: „Wer sein Leben öffnet und gibt, der wird reicher, nicht ärmer“, betonte der Erzbischof von München und Freising am Samstag, 24. September, im Münchner Liebfrauendom bei einem feierlichen Gottesdienst, in dessen Rahmen er sechs Männer zu Diakonen weihte. Die Kirche sei „nicht dafür da, dass sie sich selbst sucht“, sondern solle „Volk Gottes sein für die Welt“ so Marx. Diakone seien in besonderer Weise aufgerufen, „das Auge der Kirche“ vor allem dorthin zu wenden, wo die Armen, Schwachen, Kranken und Hilflosen seien, und sollten „an der Seite Jesu zu den Menschen gehen“.
 
Marx thematisierte die grundsätzliche menschliche Spannung zwischen „dem, was ich will, meinem Lebenstraum, meiner Berufung" und "den vielen Möglichkeiten, die sich mir eröffnen“. Hinzu käme die Suche nach Gemeinschaft und Zuspruch und damit eine Spannung zwischen „eigenem und gemeinsamem Leben“. Angesichts begrenzter, unwiederholbarer Lebenszeit könne man dabei nicht „in allen Möglichkeiten bleiben. Da braucht es auch eine Entschiedenheit“ zu der Frage „wie will ich leben?“. Die Weihekandidaten seien in ihren vielfältigen Erfahrungen beruflichen und familiären Lebens immer wieder der Frage begegnet: „Was bedeutet mein Leben im Blick auf Christus?“ Aus der Entschiedenheit heraus, diesem Blick nicht auszuweichen, seien sie dem Weg der Berufung als Diakone gefolgt, wofür der Kardinal dankte.
 
„Diakon“ ist das griechische Wort für „Diener“. Diakone widmen sich insbesondere dem Dienst am Menschen und der Sorge für in Not geratene, kranke und alte Menschen. Insbesondere Diakone mit Zivilberuf sind auch in ihrer Arbeitsumgebung als Seelsorger präsent. Die Weihekandidaten haben sich durch kirchliches Engagement, im Beruf sowie in Ehe und Familie oder in eheloser Lebensform bewährt und bringen diese Erfahrungen in ihre neue Aufgabe ein. Sie haben zudem eine mindestens vierjährige berufsbegleitende Ausbildung absolviert, die sowohl ein Theologiestudium als auch Praxisinhalte umfasst. Zu Diakonen werden neben Männern, die nach der Weihe als Ständige Diakone wirken, auch Männer geweiht, die die Priesterweihe anstreben.
 
Zwei der neu Geweihten werden hauptberuflich als Diakone arbeiten, die anderen werden den Dienst nebenberuflich ausüben. Oskar Ehehalt (54), verheiratet und Vater zweier Kinder, lebt in Geretsried und war bisher als Marketing- und Vertriebsleiter tätig. Er wird als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Bad Tölz tätig sein. David Neu (37), verheiratet, lebt in Buchbach und ist Gymnasiallehrer. Er soll künftig als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Buchbach und im Pfarrverband Obertaufkirchen eingesetzt werden. Volker Nickel (51) ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Der Caritas-Mitarbeiter lebt in München und ist als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Forstenried vorgesehen. Andreas Scherrer (40) ist Historiker. Der verheiratete Vater dreier Kinder aus München-Pasing wird in seinem Heimatpfarrverband Pasing als Diakon mit Zivilberuf eingesetzt. Christian Schmidl (51) lebt in Freising und ist persönlicher Sekretär des Bischofsvikars der Region Nord. Der verheiratete Vater zweier Kinder wird als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Altfraunhofen im Einsatz sein. Andreas Wachter (40) ist Sozialpädagoge, verheiratet und Vater dreier Kinder. Er lebt in Pürten und wird künftig hauptberuflich als Diakon im Pfarrverband Kraiburg und im Pfarrverband Flossing wirken.
 
Im Erzbistum München und Freising werden mit den sechs Weihekandidaten insgesamt 295 Ständige Diakone tätig sein. 128 von ihnen wirken als hauptberufliche Diakone, 45 als Diakone mit Zivilberuf. 122 Ständige Diakone sind bereits im Ruhestand, viele von ihnen unterstützen jedoch weiterhin in der Seelsorge. 22 weitere Männer befinden sich derzeit in Ausbildung. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte die Diakonenweihe in den 1960er Jahren als eigene Stufe des Weihesakramentes neben der Priester- und der Bischofsweihe erneuert. (hs)

Vorstellung der sechs neu geweihten Diakone

Die Weihekandidaten zum Ständigen Diakonat 2022
(v.l.n.r.) Oskar Ehehalt, Andreas Wachter, Volker Nickel, Andreas Scherrer, Dr. David Neu, Christian Schmidl; Foto: Robert Kiderle

Oskar Ehehalt Pfarrei Maria Hilf, Geretsried

Alter: 54
Geburtsort: Schwäbisch Gmünd
verheiratet, 2 Kinder
Zivilberuf: Leiter Marketing und Vertrieb
Heimatpfarrei: Maria Hilf in Geretsried
Nach der Weihe: Ständiger Diakon im Hauptberuf
Einsatzort: vorgesehen im Pfarrverband Bad Tölz
"
Wer pflügt, soll auf Hoffnung pflügen.
1 Kor 9,10
Oskar Ehehalt
Oskar Ehehalt
Oskar Ehehalt stammt aus Schwäbisch Gmünd (Diözese Rottenburg-Stuttgart). Dort war er bis zu seinem 25. Lebensjahr in der Ministrantenarbeit auf Pfarrei- und Dekanatsebene engagiert. Er ist seit 22 Jahren verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Geretsried-Stein im Landkreis Bad Tölz – Wolfratshausen.

Nach dem Abitur und dem abgeleisteten Wehrdienst absolvierte Herr Ehehalt zunächst den Studiengang der Elektrotechnik in Weingarten. Daran schloss sich ein Abschluss als Wirtschaftsingenieur in Nürtingen an. 25 Jahre lang war Herr Ehehalt in leitenden Positionen im internationalen Management tätig. Danach arbeitete er als Marketing- und Vertriebsleiter für den Verlag der Salesianer Don Boscos in München.

In seiner Heimatpfarrei war Herr Ehehalt lange Jahre ehrenamtlich engagiert - neben dem Vorsitz im Pfarrverbandsrat zuletzt als Leiter von Wortgottesfeiern und in der Kirchenverwaltung. Daneben war er als Mitglied des Redaktionsteams des Pfarrbriefs der Stadtkirche Geretsried sieben Jahre lang aktiv.
Oskar Ehehalt ist seit zwei Jahren hauptamtlich als Seelsorger in der Stadtkirche Wolfratshausen eingesetzt, wo er bereits zuvor sein 18-monatiges Diakonats-Praktikum absolvierte.


„All‘ unser Tun soll auf Hoffnung ausgerichtet sein. Auch wenn wir jeden Morgen nicht wissen, was der Tag bringen wird, so sind wir als Christen aufgerufen hoffnungsvoll unseren Mitmenschen zu begegnen. Das durch Jesu Kommen angebrochene Reich Gottes soll in der Welt unser Gesicht, ja mein Gesicht bekommen. Von dieser Hoffnung schreibt der Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth. Diese Botschaft ist heute noch genauso aktuell wie damals. Sie lässt uns hoffnungsvoll nach vorne schauen – egal was da auch kommen mag.
Es ist mir ein Anliegen, in all‘ meinem Wirken als Diakon diese Hoffnung stets durchscheinen zu lassen.“

Dr. David Neu Pfarrei St. Jakobus der Ältere, Buchbach

Alter: 37
Geburtsort: Dinkelsbühl
verheiratet
Zivilberuf: Gymnasiallehrer
Heimatpfarrei: St. Jakobus der Ältere, Buchbach
Nach der Weihe: Ständiger Diakon mit Zivilberuf
Einsatzort: vorgesehen im Pfarrverband Buchbach und im Pfarrverband Obertaufkirchen
"
Selig die Barmherzigen,
denn sie werden Erbarmen finden.
Mt 5,7
Dr. David Neu
Dr. David Neu
David Neu ist nahe der Dreistammesecke Bayerns im mittelalterlichen Dinkelsbühl geboren. Nach seinem Abitur hat er zunächst Germanistik, Theologie und Klassische Philologie in Eichstätt studiert. Obwohl er lange Zeit mit dem Gedanken gespielt hat, in seiner „wissenschaftlichen Liebe“, der Dialektforschung, zu bleiben, hat es ihn schnell in den Schuldienst gezogen. Nach dem Referendariat wusste er, dass dies die richtige Lebensentscheidung war und er als Lehrer seine Erst- und Hauptberufung gefunden hat. Den Schuldienst hat er nie bereut und auch heute noch erfüllt ihn sein Beruf, weil er jeden Tag als sinnstiftend erleben darf. Kinder und Jugendliche auf ihrem individuellen Weg in ihrer persönlichen Biographie begleiten zu dürfen, stellt nämlich einen Grundvollzug christlichen Handelns dar, der auch im Evangelium zum Tragen kommt:

„Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.    Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ (Mk 10, 13-16)

Aus der Überzeugung des Evangeliums heraus bin ich mit Leib und Seele Lehrer: Das gemeinsame Arbeiten und Wirken an und mit Menschen, die noch in alle Richtungen denken, gepaart mit der Liebe zu meinen Fächern ist nach meiner Überzeugung etwas zutiefst Segensreiches. So wie Jesus den Kindern und Jugendlichen die Hände auflegt und sie segnet, so muss Pädagogik immer dem Anspruch genügen, ein Segen für die anvertrauten Menschen zu sein, sie nach allen Kräften zu fördern, ihre Talente zu entfalten und sie im Geist des Selbst- und Gottesvertrauens zu erziehen. In dieser Grundhaltung reifte dann der Wunsch, den Lehrberuf durch das Diakonat zu ergänzen und dem Lehramt auch sichtbar und wirksam eine kirchliche Ausrichtung zu verleihen. Als geweihte Seelsorger sind die Diakone nämlich kraft des empfangenen Sakramentes stets dazu berufen, die Frohbotschaft vom Reich Gottes denen zu verkünden, die am Rand stehen. Doch wie häufig übersehen wir, dass auch in unserer gesellschaftlichen Mitte Menschen am Rand stehen können? Dies gilt nicht selten auch für die Schule. Für mich persönlich ist es daher nur konsequent, als Diakon mit Zivilberuf primär Seelsorger in der Schule für die Schüler*innen zu bleiben, denn als Religionslehrer ist man noch immer und trotz gesellschaftlicher Veränderungen ein häufig angefragter Ansprechpartner für Jugendliche bei persönlichen Problemen. Darüber hinaus freue ich mich natürlich auch, als künftiger Diakon in entscheidenden Lebenssituationen Wegbegleiter zu sein: etwa bei der Freude über die Geburt eines neuen Lebens (Taufe) oder beim stärksten irdischen Versprechen zweier Menschen (Trauung). Erste vorsichtige Anfragen ehemaliger Schüler*innen haben mich schon erreicht.

Volker Nickel Pfarrei Zu den hl. Engeln, München

Alter:  51
Geburtsort: Augsburg
verheiratet, 3 Kinder
Zivilberuf: Mitarbeiter der Caritas
Heimatpfarrei: Zu den hl. Engeln, München
Nach der Weihe: Ständiger Diakon im Zivilberuf
Einsatzort: vorgesehen im Pfarrverband Forstenried
"
Wer zu mir kommt,
den werde ich nicht abweisen.
Joh 6,37
Volker Nickel
Volker Nickel
Volker Nickel wurde in Augsburg geboren und lebt mit seiner Frau und dem jüngsten Sohn in München. Zwei erwachsene Kinder gehen schon eigene Wege.
 
Während seiner Schulzeit am musisch-humanistischem Benediktiner-Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg kam er mit humanistischen Idealen, benediktinischer Lebensweise und der in St. Stephan intensiv gepflegten Musik in Berührung. Nach dem Abitur leistete er seinen Zivildienst in einer Einrichtung der Caritas für geistig behinderte Erwachsene und studierte anschließend Musik und Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in München und schloss dort mit Diplom und Meisterklasse ab.  
 
Danach arbeitete als freiberuflicher Musiker, setzte seine Studien als Stipendiat der Cité des Arts in Paris fort, und unterrichtete Musiktheorie und Formenlehre an der Universität in Augsburg und an der Musikhochschule Nürnberg.
 
Später zog es ihn während seiner theologischen Ausbildung wieder zurück zur Caritas, wo er heute den Bereich Soziale Begleitung einer stationären Pflegeeinrichtung leitet.
 
„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“
 
„Dieser Satz bringt die Botschaft Jesu auf den Punkt. Offen. Klar. Persönlich. Er erinnert uns daran, für die Menschen, denen wir begegnen, da zu sein. Verantwortung zu übernehmen. Zu helfen. Nächstenliebe ist Begegnung mit Christus. Ganz direkt und fühlbar. Der Vers bedeutet für mich, aus dieser Begegnung heraus zu leben und der jesuanischen Botschaft Gestalt und Stimme zu geben.“

Andreas Scherrer Pfarrei Maria Schutz, München-Pasing

Alter: 40
Geburtsort: Dachau
verheiratet, 3 Kinder
Zivilberuf: Historiker
Heimatpfarrei: Maria Schutz, München-Pasing
Nach der Weihe: Ständiger Diakon mit Zivilberuf
Einsatzort: vorgesehen im Pfarrverband Pasing
"
Was ihr tut, das tut von Herzen.
Kol 3,23
Andreas Scherer
Andreas Scherrer
Andreas Scherrer kommt aus München, wo er mit seiner Frau und seinen drei Buben lebt.

Er war nach dem Abitur als Zivildienstleistender in einer Gärtnerei für Menschen mit Behinderung tätig. An der Münchner LMU studierte er Neuere und Neueste und Bayerische Geschichte sowie Politikwissenschaften. Im Zivilberuf arbeitet er als Historiker beim Haus der Bayerischen Geschichte.

„Als Diakon mit Zivilberuf freue ich mich darauf, für die Menschen da zu sein. Die Verbindung von Glauben, Geschichte, Tradition und Brauchtum ist für mich dabei ein besonderes Anliegen.“

Christian Schmidl Pfarrei St. Lantpert, Freising-Lerchenfeld

Alter: 51
Geburtsort: München
verheiratet, 2 Kinder
Zivilberuf: persönlicher Sekretär des Bischofsvikar der Region Nord
Heimatpfarrei: St. Lantpert Freising Lerchenfeld
Nach der Weihe: Ständiger Diakon mit Zivilberuf
Einsatzort: vorgesehen im Pfarrverband Altfraunhofen
"
Wo du hingehst,
da will auch ich hingehen;
und wo du bleibst,
da bleibe auch ich.
Rut 1,16
Christian Schmidl
Christian Schmidl
Christian Schmidl wurde in München geboren und ist im Stadtteil Neuhausen aufgewachsen. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Freising.
 
Nach verschiedenen beruflichen Wegen, entschied er sich bewusst als Mesner in St. Johann Baptist - Haidhausen für die katholische Kirche zu arbeiten.
 
Mittlerweile arbeitet er als persönlicher Sekretär des Bischofsvikar der Seelsorgsregion Nord.
 
Gerade der Diakon mit Zivilberuf ist für ihn eine Möglichkeit auf andere Menschen zuzugehen und da zu sein, ihnen den Glauben als Kraftquelle und Hilfestellung anzubieten.

Andreas Wachter Pfarrei Mariä Himmelfahrt Pürten

Alter: 40
Geburtsort: Ochsenhausen
verheiratet, 3 Kinder
Zivilberuf: Dipl. Sozialpädagoge
Heimatpfarrei: Mariä Himmelfahrt Pürten
Nach der Weihe: Ständiger Diakon im Hauptberuf
Einsatzort: vorgesehen im Pfarrverband Kraiburg und Pfarrverband Flossing
"
"Die Freude am Herrn ist eure Stärke"
Neh 8,10
Andreas Wachter
Andreas Wachter
Andreas Wachter stammt aus Ochsenhausen (Diözese Rottenburg-Stuttgart) und ist dort in der kirchlichen Jugendarbeit „groß geworden“. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern bei Waldkraiburg.
Nach dem Abitur in Ochsenhausen und seinem Zivildienst war Wachter ein Jahr lang im Ambrosianum in Ehingen um die alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch zu lernen. Er studierte anschließend in Benediktbeuern Soziale Arbeit und Theologie und schloss mit dem Vordiplom in Theologie, dem philosophischen Baccalaureat und dem Diplom in Sozialer Arbeit ab.
Nach einem Jahr in der Obdachlosenhilfe war er fünf Jahre als Bildungsreferent beim Offenen Seminar des Bistums Augsburg in Seifriedsberg tätig und nach dem Umzug nach Oberbayern wirkte er fünf Jahre als KAB Diözesansekretär im Bistum Passau in Altötting.
Seit zwei Jahren ist Andreas Wachter im Dienst des Erzbistums eingesetzt im Pfarrverband Ampfing.

In seiner jetzigen Heimatpfarrei Mariä Himmelfahrt in Pürten war Andreas Wachter bis 2022 acht Jahre im Pfarrgemeinderat aktiv und hat dort unter anderem Wort-Gottesfeiern geleitet und war Sachbeauftragter für die Caritas. Auch für die Katholische Landjugendbewegung Pürten/St. Erasmus war er geistlicher Begleiter.


„Komm folge mir nach“. „Dieses Wort an die Jünger Jesu klingt schon seit meiner Jugend in mir nach und hat mich auf meinem persönlichen Berufungsweg immer wieder herausgefordert. Mein Glaube ist mir wichtig und ich möchte ihn gerne weitergeben. Es macht mir Freude für die Menschen da zu sein und sie zu begleiten. Der Glaube trägt mich und gibt mir Zuversicht für meinen Lebensweg.

Admissio der Weihekandidaten

Weihekurs 2022 mit Weihbischof Wolfgang Bischof, Diakon Josef Jackl und Diakon Horst Blüm
Weihekurs 2022 mit Weihbischof Wolfgang Bischof, Diakon Josef Jackl und Diakon Horst Blüm; Foto: Robert Kiderle
Weihbischof Wolfgang Bischof nimmt sechs Kandidaten für den Ständigen Diakonat für das Weihesakrament in einer feierlichen Admissio im Freisinger Dom auf.

Am 04. Juni 2022 hat Weihbischof Wolfgang Bischof im Rahmen einer Eucharistiefeier im Freisinger Dom sechs Männer in den Kreis der Kandidaten für die Weihe zum Ständigen Diakon aufgenommen. Durch die „Admissio“ sind sie Weihekandidaten für die Diakonenweihe am 24. September 2022 geworden. Mit diesem feierlichen Akt bekunden die Kandidaten für den Ständigen Diakonat öffentlich ihre Absicht, die Diakonenweihe empfangen zu wollen. Die Admissio stellt zugleich die Annahme dieser Bereitschaft durch die Kirche dar.

Bericht der Admissio

Die sechs verheirateten Männer sind bereits mehrere Jahre in der Ausbildung zum Ständigen Diakon. Dr. David Neu, Andreas Scherrer, Christian Schmidl und Volker Nickl werden in ihrem Zivilberuf weiterarbeiten. Oskar Ehehalt und Andreas Wachter werden Ständige Diakone im Hauptberuf.

Weihbischof Wolfgang Bischof stellte heraus, dass die Admissio, wie jede Berufungsgeschichte, eine subjektive und eine objektive Seite hat. Subjektiv ist sie die Geschichte Gottes mit einem Menschen, den er in seine Nachfolge ruft. Die objektive Komponente ereigne sich durch die Aufnahme, denn eine Berufungsgeschichte braucht auch die offizielle Antwort der Kirche. Es braucht Kriterien für die Zulassung, welche geprüft und erfüllt sein müssten, denn nicht jede subjektive Wahrnehmung einer Nachfolge führe automatisch zur Eignung für den Dienst in der Kirche. Es bedarf daher der Zeit eines gemeinsamen Weges, des gemeinsamen Abwägens und Betens hin zum ersten offiziellen Schritt.
Dieser offizielle Schritt wurde in der Admissio-Feier in der Vorstellung der Kandidaten durch den Ausbildungsleiter Diakon Horst Blüm und die Aufnahme der Kandidaten für den Ständigen Diakonat zum Weihesakrament durch Weihbischof Wolfgang Bischof durch die Kirche offiziell bekundet.
Die Admissio-Feier findet traditionell in einer Heimatpfarrei eines Kandidaten statt. Christian Schmidl stammt aus Freising und daher hat er die Organisation übernommen. Die Ehefrauen der Kandidaten übernahmen die Lektorendienste und musikalisch wurde der Gottesdienst feierlich durch die Schola des Freisinger Domes begleitet unter der Leitung des Dommusikdirektors Matthias Egger.
Diakon Josef Jackl aus dem Fachbereich für Ständige Diakone assistierte dem Weihbischof beim Gottesdienst.

Motiv der Diakonenweihe

Sonnenblume
Zur Künstlerin und zur Entstehung
 
Das Bild wurde auf Anregung der Weihekandidaten mit dem SAPV-Team der Barmherzigen Brüder initiiert.
Die Künstlerin ist Russin mit ukrainischen Wurzeln und lebt seit vielen Jahren in München. Ihr Mann verstarb im Herbst 2021 an einer Tumorerkrankung und wurde durch das SAPV Team der Barmherzigen Brüder begleitet.  Das Team kümmerte sich auch um eine kunsttherapeutische Trauerbegleitung für Frau D. Im Februar musste die Künstlerin auch ihre Mutter in Russland beerdigen. Während der Trauerbegleitung entstand der Kontakt zu einem der Weihekandidaten, der Frau D. eine Motivgestaltung für diese Karte vorschlug. Der Gestaltungsprozess war für die Künstlerin ein sehr wichtiger, hilfreicher Schritt aus dem Trauertal. Zum Schutz Ihrer Sicherheit bleibt die Künstlerin anonym.
 
Zum Motiv:
 
Die Künstlerin hat als Motiv die Sonnenblume für die Einladungskarte gewählt. Die Blume richtet sich immer nach der Sonne aus, wendet sich dem Licht, dem Hellen, dem Positiven zu.
Die Sonnenblume ist ein sehr typisches Symbol für die Landschaft in der Ukraine.
In der farblichen Gestaltung ist das Bild in den Farben der ukrainischen Flagge gelb und blau gehalten.
In der Ukraine gibt es riesige Sonnenblumenfelder. Öl und Kerne der Sonnenblume schenken Nahrung.
Wenn wir uns bewusst ausrichten, uns dem Licht zuwenden, können wir uns selbst in Krisenzeiten nähren.

Kollekte bei der Diakonenweihe

Die Kollekte des Weihegottesdienstes kommt dem Wunsch der Weihekandidaten entsprechend dem SAPV-Team der Barmherzigen Brüder in München zugute. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) richtet sich an Menschen mit einer fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzten Lebenserwartung. Ziel ist es, gemeinsam in einem interdisziplinären Team die Versorgung und Begleitung in vertrauter Umgebung zu ermöglichen. Gemeinsam von Mitarbeitenden verschiedener Berufsgruppen werden so medizinische, pflegerische, therapeutische, soziale und seelsorgerische Bedürfnisse miteinander verbunden und gewürdigt. SAPV-Teams leisten damit insbesondere in der christlichen Palliativ- und Hospizkultur einen großen Beitrag, bei dem die Lebensqualität bis zum Ende an erster Stelle steht.
 
Wir möchten mit der Kollekte die Arbeit des SAPV-Teams der Barmherzigen Brüder unterstützen und einen Beitrag dazu leisteten, die im christlichen Menschenbild verwurzelte Würde des Menschen, auch bis ins hohe Alter, bewusst zu machen und zu wahren.
 
Spendenkonto:
 
SAPV-Team
Krankenhaus Barmherzige Brüder München
IBAN: DE61 7509 0300 0002 2202 29
BIC: GENODEF1M05
LIGA Bank Regensburg eG
Verwendungszweck: Spende SAPV - Diakonenweihe 2022

Download - Bilder der Weihekandidaten

Allgemeine Informationen zum Diakonat

Der Diakon

Diakon – dieses griechische Wort bedeutet „Diener“, wörtlich übersetzt: der „durch den Staub“ geht. Schon die Apostelgeschichte berichtet von der Einsetzung in das Amt des Diakons durch die Apostel, einer Einsetzung durch Handauflegung und Gebet. Die Diakone sind – damals wie heute – dem caritativen Auftrag der Kirche verpflichtet: ihr Platz ist bei den Kranken, Notleidenden, Ausgegrenzten und Hilfe Suchenden.
Der Diakon ist Zeichen des dienenden Christus und der dienenden Kirche in der Welt von heute. In seinem Dienst wird deutlich, dass Christus bis heute seiner Kirche dient und dass seine Kirche aufgefordert ist, ebenfalls den Menschen zu dienen – besonders denen, die auf Hilfe angewiesen sind – denn keiner lebt nur für sich selbst. Bischof Jacques Gaillot hat es einmal so formuliert: Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts. Die Diakone verwirklichen diese Forderung in ihrem Dienst.
Der Diakon hat teil am Weiheamt. Dies bedeutet für die Neugeweihten, dass sie als Kleriker ihren Dienst für die Nächstenliebe durch die Kraft des Heiligen Geistes ausüben: selbstlos, in Treue zur Kirche und zum Glauben, garantiert und unwiderruflich – wie die Liebe Gottes – ihr Leben lang.
 
Ständiger Diakonat
 Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) ist das Amt des Diakons nicht mehr vorwiegend eine Station auf dem Weg zum Priesteramt, sondern steht auch (verheirateten) Männern offen, die „ständig“ Diakone bleiben wollen – daher die Bezeichnung „Ständige Diakone“. Ihre Aufgaben sind: sie assistieren dem Priester in der Eucharistiefeier, verkünden das Evangelium und predigen. Sie spenden das Tauf-Sakrament, assistieren Trauungen und leiten Begräbnisfeiern. Darüber hinaus feiern Diakone Wortgottesdienste und Segnungen. In der Liturgie sind Diakone an der quer über der Brust getragenen Stola bzw. ihrem feierlichen Gewand, der Dalmatik, zu erkennen.
 Zum spezifischen Profil eines Diakons gehört der Dienst an den Armen und Benachteiligten. Die soziale Dimension von Kirche ist somit stark mit dem Dienen und Helfen – dem diakonalen Amt – verbunden. In diesem Dienst liegt auch der Ursprung des Diakonats: In der Apostelgeschichte ist nachzulesen, dass die ersten sieben Diakone, unter ihnen der Heilige Stephanus, ausgewählt wurden, um für die benachteiligten Witwen der Gemeinde zu sorgen (Apg 6,1-7).
Redaktion der Seite: Andreas Wachter